Die Stadt Jimbolia/Hatzfeld liegt im westlichen Teil Rumäniens, 572 km (Eisenbahnstrecke) bzw. 600 km (Landstraße) von Bukarest entfernt, an der Schnittstelle des 20º38’ östlichen Längengrades und des 45º46’ nördlichen Breitengrades. Innerhalb des Landkreises Temesch befindet sich Hatzfeld an dessen westlichen Rand, an der Grenze zu Serbien, 39 km (Eisenbahnstrecke) von der Kreishauptstadt Timişoara/Temeswar entfernt.

 

 


Geographisch gesehen, gehört Hatzfeld zur Banater Ebene, genau betrachtet liegt die Ortschaft an der Kontaktstelle zwischen der Temescher und der Maroscher Ebene. Eine Reihe von Dörfern befindet sich an der Naht der beiden Bodengestalteinheiten: Checea/Ketscha – Cărpiniş/Gertianosch – Satchinez/Knees. Hatzfeld liegt etwa 82 m über dem Meeresspiegel. Die Stadt befindet sich an der Kreuzung bedeutender Verbindungswege zwischen Rumänien und dem ex-jugoslawischen Raum und ist ein wichtiger Grenzübergang sowohl für den Eisenbahn- als auch für den Straßenverkehr.

 


Die Stadt in der Banater Heide gehört zu den Kleinstädten mit unter 20.000 Einwohnern. Auf Landesebene nimmt Hatzfeld unter den insgesamt 261 Städten Rumäniens Platz 175 ein. Im Rahmen des Landkreises belegt es den 4. Platz was die Einwohnerzahl anbelangt. Mit 11.113 Einwohnern (laut Volkszählung von 2002) platziert sich die Heidestadt nach Timişoara/Temeswar, Lugoj/Lugosch und Sânnicolau Mare/Großsanktnikolaus und stellt 1,5 % der gesamten Einwohnerzahl und 2,5 % der Stadtbevölkerung des Kreises.


Die geologische Schichtung ist stark fragmentiert und zeichnet sich durch eine große tektonische Mobilität aus. Von der Bodengestalt her, kann man von einer Hatzfelder Ebene als eine Unterteilung der Maroschebene sprechen, die ihrerseits den nördlichen Teil der Banater Ebene bildet.

 

 

 

 


Das Klima charakterisiert sich durch Temperaturen, deren Jahresmittelwerte bei + 10,7ºC liegen. Niederschläge fallen im Durchschnitt 570 mm pro Jahr. Hydrographisch gesehen, sind die aufsteigenden geothermalen Tiefgewässer typisch für die Hatzfelder Gegend. Die für dieses Gebiet charakteristische Weidesteppe wurde größtenteils in Ackerland verwandelt. Die fruchtbaren Äcker sind der Kategorie der Schwarzerdböden zuzuordnen.

 

 

 


Im Jahre 1333 wird die Ortschaft zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Bis zur Kolonisierung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts trug sie den Namen Chumbul, Chombol, Csomboly, Zsomboly. Die 1766 angesiedelten deutschen Kolonisten nannten ihren Ort Hatzfeld; seit 1924 trägt das Heidestädtchen den offiziellen Namen Jimbolia. 1857 wurde die Stadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen und mit Temeswar verbunden. Diese Strecke ist überhaupt eine der ersten Eisenbahnlinien auf dem heutigen Gebiet Rumäniens. Der erste Industriebetrieb – die Ziegelfabrik „Bohn & Co“ (die spätere „Ceramica“) – wurde 1864 gegründet.

 

 


Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zeichnet sich durch eine schwungvolle Bautätigkeit und urbanistische Entwicklung aus. Es entstehen Denkmäler und Bauten von besonderer architektonischer Raffinesse, wie z.B. das Denkmal des Heiligen Florian, des Schutzpatrons der Gemeinde (vor 1866), das innere Kastell (das heutige Rathaus), das „Csitó“-Schloss (1870) u.a.

Nach 1944 wird Hatzfeld zu einem wichtigen Industriezentrum und, was die Einwohnerzahl anbelangt, zur drittgrößten Stadt des Landkreises Temesch (15.259 Einwohner 1981). In den letzten Jahren, nach dem Umsturz vom Dezember 1989, hat das Städtchen tief greifende Veränderungen wirtschaftlicher, politischer und sozialer Natur erfahren. Seine Gegenwart lässt positive Perspektiven in Bezug auf die ausländischen Investitionen, die städtebauliche Ausstattung und die Entwicklung der Stadt im Allgemeinen erkennen.


Im industriellen Sektor kommt der Leichindustrie (Schuhe, Konfektionen, Textilien) eine vorherrschende Rolle zu, gefolgt von der Elektrotechnik- und Elektronik-, der Mechanik- und der Plastmassenindustrie. 58 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung arbeiten in der Industrie. Die größten Industrieunternehmen der Stadt sind:
– Vogt Rumänien – elektronische Bestandteile,
– Ciocanul Prodimpex
– Schuhe, CRH – Bausätze für Autos,
– Halm – Hydraulikpumpen,
– Ani Fashion – Konfektionen, Bekleidung.
– Faulhaber – Mikromotoren,
– Kabelsysteme Hatzfeld – Audio- und Videokabel.

Der Tertiärsektor, der die gesamte Bandbreite der Dienstleistungen umfasst, hat einen Anteil von 38 Prozent.

Im Bereich des Eisenbahnverkehrs ist Hatzfeld an die Strecken Timişoara (dt. Temeswar) – Hatzfeld – Kikinda (nach Serbien) und Hatzfeld – Lovrin angebunden.
Was die Straßenverbindungen anbelangt, hat die Stadt Zugang zu den Nationalstraßen DN 59A Timişoara – Srbska Cernja (Serbien) und DN 59C Hatzfeld – Sânnicolau Mare (dt. Großsanktnikolaus). Über die Kreisstraße DJ 594 ist sie mit der Gemeinde Lovrin verbunden.


In der Stadt funktionieren fünf Kindergärten, eine Schule mit den
Klassen I-VIII, die von über 1000 Schülerinnen und Schülern besucht wird, sowie ein Schulverbund, bestehend aus Gymnasium und Berufsschule, mit 1200 Schülerinnen und Schülern. Dank der Unterstützung seitens der rumänischen Regierung und des Landes Nordrhein-Westfalen verfügt der Schulverbund über modern ausgestattete Lehrräume und Werkstätten (EDV, Elektrotechnik, Elektronik, Mechanik, Schweißtechnik, Hydraulik- Pneumatik, Reparatur von landwirtschaftlichen Maschinen).


Das Bürgeramt der Stadt hat im Jahr 2004 in Zusammenarbeit mit dem Mikroregionalverband Banat-Ripensis zur Entwicklung der Ortschaften die Strategie für die nachhaltige Entwicklung der Stadt Hatzfeld erarbeitet und veröffentlicht. Die Stadtverwaltung sowie einige Vereine haben fünf Sozialeinrichtungen ins Leben gerufen. Sie sind für Personen in schwierigen Lebenslagen bestimmt und zwar für Kinder und Jugendliche mit Behinderung, für Kinder aus armen Familien, für missbrauchte Kinder und für alte Menschen.

Die medizinische Versorgung der Bevölkerung wird durch fünf private Arztpraxen, Zahnarztpraxen und einem Stadtkrankenhaus mit 125 Betten sichergestellt.


Kultur. In den letzten Jahren hat die Stadt eine wahre kulturelle Wiedergeburt erlebt. Zu den sehr aktiven Kulturinstitutionen zählen das Kulturhaus, vier Museen, ein literarisches Café, eine Stadtbibliothek.

Eines hohen Ansehens erfreut sich die Rumänisch-Deutsche Kulturstiftung Petre Stoica, die von einem der größten zeitgenössischen rumänischen Dichtern, dem vielfach national und international ausgezeichneten Petre Stoica geleitet wird.Hauptzweck der Stiftung ist der Wiederaufbau des rumänischen und deutschen kulturellen und geistigen Lebens im Banat. Die Stiftung besitzt eine Bibliothek mit 16000 Bänden in rumänischer und deutscher Sprache, darunter auch einige von großem bibliophilem Wert, je eine Numismatik-, Philatelie-, Ansichtskarten- und Exlibrissammlung, einige wichtige Manuskripte rumänischer und deutscher Schriftsteller, Bilder und Kupferstiche sowie museale häusliche Gebrauchsgegenstände.

Zudem verfügt die Stiftung– und darauf ist sie besonders stolz – über einen umfangreichen Bestand zur Geschichte Hatzfelds und seiner Menschen bis zum Jahr 1944 (Urkunden, alte Fotos, Briefe, Plakate, Werbungen, alte Zeitungen). Mit Unterstützung des Bürgermeisteramtes unternimmt die Stiftung zur Zeit Schritte zur Gründung eines Museums der Presse aus Rumänien in Hatzfeld.


Eine Reihe von Veranstaltungen, in den letzten Jahren von der Stadtverwaltung organisiert, haben heute bereits Tradition: die Hatzfeld-Rallye, das Euroregionale Blues-Festival Jimbo-blues, die Hatzfelder Tage – das Volksfest der Stadt, das Schweineschlachtfest – ein gastronomischer Wettbewerb, das Festival der Weihnachtsbräuche und -sitten O, Tannenbaum.

Die sportliche Infrastruktur umfasst ein Stadion mit 1000 Plätzen, eine Schulsporthalle, einen Strand mit Thermalbecken und Sportanlagen; eine neue städtische Sporthalle befindet sich im Bau.


In Hatzfeld gibt es vier Restaurants und mehrere Bars sowie ein Drei-SterneHotel.

Die Stadt Hatzfeld hat mit mehreren Ortschaften im Ausland Partnerschafts- und Kooperationsabkommen abgeschlossen (Kikinda und Novi Kneževac in Serbien, Pusztamérges in Ungarn und Gundelfingen in Deutschland) und ist an weiteren Partnerschaften interessiert.

 

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